Entdecke den Mönch in dir...

 

Omnia ad maiorem Dei gloriam – Alles zur größeren Ehre Gottes, der Wahlspruch des hl. Ignatius von Loyolo, meines Namenspatrons und Gründers des Jesuitenordens, hat mich bereits fasziniert, als ich in der 7. Klasse ein Referat über die Gegenreformation zu halten hatte. Als ich in der 10. Klasse zur Firmvorbereitung ging, wurde dieser Satz wieder ein Thema für mich und ich entschied mich Ignatius als Firmnamen anzunehmen. Über die bloße

Faszination hinaus fragte ich mich nun aber auch: Was heißt dieser Satz konkret für mich? Wie soll ICH mein Leben gestalten, wenn ich diesen Satz auch als Wahlspruch für mein Leben annehmen möchte?

In einem Gebet des hl. Ignatius fand und finde ich meine Gedanken wieder: „Nimm, Herr, und empfange meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen ganzen Willen, all mein Haben und mein Besitzen. Du hast es mir gegeben; Dir, Herr, gebe ich es zurück. Alles ist Dein, verfüge nach Deinem ganzen Willen. Gib mir deine Liebe und Gnade, diese mögen mir genügen.“ 

Mir wurde bewusst, dass ‚alles‘ nur heißen kann, dass ich mich mit meiner ganzen Person Gott zur Verfügung stelle, dabei gebe ich ihm lediglich zurück, was ich von ihm empfangen habe. Für mich war klar, dass dieses ‚alles Gott zur Verfügung stellen‘ für mich heißt, mich auf den Weg zu machen Priester zu werden und damit auch meinen alten „Ministrantenwunsch“ wieder aufleben zu lassen.

Fr. Ignatius
Benediktiner

Um diese Frage endgültig zu klären machte ich nach dem Abitur ein FSJ am Jugendhaus Schneemühle der Benediktinerabtei Plankstetten. Ich ahnte noch nicht, dass ich hier ein Jahr später eintreten würde, sondern fragte mich vielmehr: Möchte ich wirklich Diözesanpriester werden? Soll ich nicht lieber dem Orden meines Firmpatrons, den Jesuiten beitreten? Die zweite Frage konnte ich nach der Teilnahme an einem Interessentenwochenende verneinen.

Stattdessen lernte ich in Plankstetten mehr und mehr den benediktinischen Rhythmus von Gebet und Arbeit und auch die klösterliche Gemeinschaft schätzen. Auch der Einsatz für die Schöpfung, die ökologische Landwirtschaft waren für mich ein Zeugnis dafür, dass in Plankstetten Glauben und Handeln immer mehr in Einklang gebracht werden sollen.

Rückblickend war es dann vor allem auch ein Vortrag mit dem Titel „Entdecke den Mönch in dir“, der tatsächlich den Mönch in mir zum Vorschein kommen ließ, vor allem das Kloster als Ort der lebenslangen Gottsuche eröffnete mir eine realistische Lebensperspektive. So entschied ich mich im September 2013 in Plankstetten in den Benediktinerorden einzutreten und Mönch zu werden. Es dauerte noch über ein halbes Jahr, bis eine Studienwoche in Salzburg, die im Rahmen der Noviziatsausbildung stattfand, auch die Liebe zum hl. Benedikt und seiner Regel entfachte und ich vor allem auch bei Benedikt den Wahlspruch des hl. Ignatius in ähnlicher Art wiederfand: „Damit in allem Gott verherrlicht werde“, schreibt Benedikt in seiner Regel.

Wenn ich auf diese Entwicklung schaue, dann erahne ich Gottes führende Hand und möchte mich ihr auch weiterhin anvertrauen, deswegen bete ich immer wieder gern das Gebet des hl. Ignatius und lasse mich neu begeistern von Benedikts weiser Regel und möchte im Vertrauen auf Gottes Gegenwart den Weg des klösterlichen Lebens gehen, von dem der hl. Benedikt sagt: Er kann am Anfang nicht anders sein als eng. Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.

Kontakt

Fr. Ignatius lebt im Kloster Plankstetten als Benediktiner. Wenn du Fragen über das Leben in einem Kloster oder zu den Benediktiner-Orden hast, ist er der richtige Ansprechpartner.

(Ignatius-Maria.Faulhaber@kloster-plankstetten.de)