„Missionarin Christi? Ordensfrau? Ich doch nicht!“ war meine erste Reaktion auf eine Bemerkung eines Bekannten. Das war im Jahr 1998. Obwohl ich in einem großteils katholischen Umfeld, nämlich in Oberösterreich, aufgewachsen war und meinen Glauben zu leben versuchte, war mir dieser Gedanke doch sehr fremd. Mittlerweile bin ich jedoch seit 11 Jahren Missionarin Christi!

 

Der Gedanke an eine Ordensgemeinschaft hat mich seit jener Bemerkung nicht mehr losgelassen. 

 

Kann und will ich mich wirklich für die Nachfolge Jesu einsetzen? Kann ich mein Leben mit anderen teilen, mich an den Brennpunkten unserer Zeit einsetzen? Diese Fragen konnte ich aus meiner Alltagssituation heraus – ich war Gymnasiallehrerin und Musikerin in Salzburg – nicht adhoc entscheiden. Also nahm ich eine Auszeit in Taizé, und nach exakt 9 Monaten sagte ich mir:

 

„Ich muss es einfach probieren.“

 

Seit 2004 lebe ich nun mit 3 Mitschwestern im 12. Stock eines Plattenbaus in Leipzig. Im Februar 2010 bekundete ich meine lebenslange Treue zu Jesus Christus und meiner Gemeinschaft: Ich feierte meine «Lebensweihe»: IHN erkenne ich als die Mitte meines Lebens an. Unmittelbar nach dem Noviziat (das ist die Ausbildungszeit als Ordensfrau) durfte ich Kirchenmusik studieren. Nach Abschluss meines A-Diploms 2009 und des Orgelstudiums 2012 bin ich seit Februar 2013 tätig als kirchenmusikalische Assistentin und Organistin an der Nikolaikirche in Leipzig. So lebe ich auf diese Weise Ökumene mit den evangelischen Geschwistern. Musik ist für mich ein wichtiges Medium zur Verkündigung, auch des Trostes, wo es nötig ist, und zum Lob Gottes.

 

 

In der Gemeinschaft der Missionarinnen Christi habe ich Mitschwestern gefunden, die mir wichtige Ansprechpartnerinnen und Glaubensgefährtinnen auf meinem Weg sind.

 

Gemeinsam wollen wir Zeuginnen von Gottes Gegenwart heute sein, jede so, wie sie ist, mit ihren Fähigkeiten und Talenten, aber auch mit ihren Begrenzungen. Die Gemeinschaft ist noch recht jung  – sie wurde 1956 gegründet und ist nicht auf bestimmte Aufgabenbereiche festgelegt. Spirituell nahe fühlen wir uns dem Orden der Jesuiten. Wir verstehen uns als «Gesandte des Gesandten» und verwirklichen unsere Sendung, wo wir uns für die Würde und das Leben der Menschen, für Glaube und Gerechtigkeit einsetzen können. Was wir leben und sind, haben wir so ausgedrückt:

 

Wir sind gesandt

 

Hineingenommen in die Liebe des dreieinen Gottes sind wir Missionarinnen Christi gesandt, durch Christus, mit ihm und in ihm Licht in der Welt zu sein und seine Botschaft zu verkünden durch unser ganzes Sein: Jesus Christus vergegenwärtigen in der Welt.

„Ich sehe schon, du wirst einmal eine 'Missionarin Christi' werden.“

Sr. Maria Wolfsberger
Missionarin Christi

Sr. Maria Wolfsberger lebt als Missionarin Christi in Leipzig. Sie kommt gerne ins Gespräch mit allen, die sich mit dem Gedanken tragen, in einen Orden einzutreten. (maria.wolfsberger@googlemail.com)

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